Weg von Gas und Öl – wie geht das?

Energie einsapren
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Die Kosten gehen durch die Decke.

In vielen Häusern in Schwielowsee wird Gas oder Öl zum Heizen verbrannt. Jetzt, da Gas- Öl- und Strompreise durch die Decke gehen, wird klar, wie sorglos wir in der Vergangenheit mit der Energie umgegangen sind. Wie gedankenlos wir Kohlendioxyd (CO2) durch Verbrennung in die Luft geblasen haben. Nun wird klar, dass das nicht nur die Umwelt belastet und unseren Kindern teuer zu stehen kommt sondern, dass wir auch jetzt schon einen hohen Preis zahlen müssen. Aber jammern hilft nicht. Was tun?

Die Mitglieder der Klimainitiative Schwielowsee haben Einiges ausprobiert. Das was funktioniert wollen wir gern unseren Nachbarn und Mitbürgern in Schwielowsee mitteilen: Maßnahmen, die helfen, Energie einzusparen und durch erneuerbare Energiequellen zu ersetzen. Dabei haben wir erkannt, dass man die Frage „Weg von Gas und Öl“ systematisch angehen sollte.

Verteilung der Effizienzklassen des deutschen Wohngebäudebestandes auf Gundlage von dena/ifeu/prognos 2019,
Quelle: KIT-ZIA-Gutachten GebäudeKlima-Neutralität 11/21

Der Verbrauch in der eigenen Wohnung.

Der erste Schritt ist, die eigene Wohnsituation einzuordnen im Hinblick auf den Energieverbrauch je Quadratmeter Wohnfläche und pro Jahr. Das ist bei Gasheizungen recht einfach. Die Energieversorger geben die mit der Jahresabrechnung den Verbrauch in Kilowattstunden (kWh) an. Wer eine Ölheizung hat, nimmt einfach den Jahresverbrauch Heizöl in Litern und multipliziert mit 9,8 kWh/L und erhält so seinen Energieverbrauch. Dividiert man diese Zahl durch die Anzahl der Quadratmeter der Wohnung ergibt sich vermutlich ein Wert zwischen 50kWh (sehr gut) und 250kWh (sehr schlecht). Damit kann man seine Situation einer Gebäudeklasse (A+ bis H) zuordnen, auch Energieeffizienzklasse genannt.

Man kann einschätzen, wie die eigene Lage im Vergleich zu anderen Wohnungen in Deutschland ist. Das Karlsruher Institut für Technologie hat den Gebäudebestand 2019 statistisch ausgewertet. Links dargestellt sind die Ein- und Zwei-Familienhäuser (EZFH), rechts die Mehrfamilienhäuser (MFH). Man erkennt schnell, dass die größten Probleme im Bestand der Ein- und Zwei-Familienhäuser liegen. 24% der Häuser liegen in der schlechtesten Klasse H mit über 250 kWh pro Quadratmeter im Jahr. D.h. in diesen, vermutlich älteren Häusern muß mindestens 5 mal soviel fürs Heizen ausgegeben werden wie in den günstigen Klassen A und A+. Jetzt wäre natürlich praktisch zu wissen wie die Häuser in Schwielowsee einzuordnen sind. Eine Statistik dazu liegt uns aber gerade nicht vor. Da die Gemeinde nach der Wende stark gewachsen ist, können wir annehmen, dass das Schwergewicht eher in der Mitte liegt. Doch auch diese Hausbewohner zahlen noch ca. 2 mal mehr als nötig.

Was kann ich als Betroffener also tun?

Das hängt davon, ab welchen Entwicklungsstand unser Haus hat. Wir haben versucht das in einem Schaubild darzustellen.

Links unten dargestellt ist ein Altbau von 1910, unsaniert, mit höchsten Energiekosten und 100% fossilier Energie, d.h. Heizung mit Gas, Öl oder Kohle. Direkt rechts daneben im selben Bild ist ein Anbau aus den 90er Jahren. Die Wärmebildkamera zeigt deutlich wo mehr Wärme abgestrahlt wird, also mehr geheizt werden muß. Auch das heute 25 Jahre alte Haus hat Schwachstellen, z.B. Haustüre und Fenster. Jede Maßnahme wie Dämmen, Abdichten, Isolierglas, usw. reduziert den Energieverbrauch. Mit der Entwicklung der Wärmeschutzverordnungen wurden viele Maßnahmen zwingend oder selbstverständlich. Heute kann man ein Haus auch ohne fremde Energie warm halten, muß dafür aber relativ tief in die Trickkiste greifen: Lüftung mit Wärmerückgewinnung, Wärmepumpen, Photovoltaik, Speicher, Optimierungen, Dämmung etc.

Die Klimainitiative Schwielowsee hat zu den geeigneten Maßnahmen einen Erfahrungsaustausch gestartet. Einige öffentliche Videokonferenzen haben bereits stattgefunden. Interessante Gespräche fanden am Stand auf dem REWE-Parkplatz statt. Die o.g. Schwerpunktthemen werden in nächster Zeit auf unserer Internetseite behandelt.

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