Jugend

Der kleine Eisbär

Lesezeit etwa: 4 Minuten

Kurzgeschichte von Piya Duclos (10 Jahre jung)

Der kleine Eisbär.Eisbären

Am Nordpol lebt ein kleiner Eisbär. Sein Name ist Justus. Justus hat uns erzählt, dass er nicht bei seinen Eltern aufgewachsen ist, sondern bei seiner Oma und seinem Opa. Und hat uns auch gesagt, wieso er nicht bei seinen Eltern aufgewachsen ist:

Es war ein herrlicher Tag am Nordpol. Justus und seine Eltern wollten schwimmen gehen und ein paar Fische fangen.

So“ sagte Justus‘ Papa Donald, „dann bringen wir dir mal das Fischen bei, mein Sohn!“

Juhu, endgültig lerne ich, wie Fischen geht!“ sagte ich.

Meine Mama Mia sagte: „seid vorsichtig und kommt nach einer halben Stunde wieder raus, das Wasser ist sehr sehr kalt heute!“

Ja ja“ sagte Papa. „Justus, weißt du was das wichtigste beim Fischen ist?“ fragte Papa und grinste mich an. Ich schüttelte den Kopf. „Das habe ich dir doch gestern erst erzählt!“ sagte Papa wütend.

Ja sorry! Habe halt ein Kurzzeitgedächtnis,“ sagte ich genervt.

Okay, ich sage es dir noch mal,“ sagte Papa: „Die Schnelligkeit, wie lange du die Luft anhalten kannst und die Länge der Krallen, damit du den Fisch aufspießen kannst.“

Oh jetzt weiß ich es wieder, danke,“ sagte ich. Ich war aufgeregt, schließlich war das mein erster Tauchgang. „Okay“, sagte Papa lass uns loslegen!

Wir gingen zu einer Klippe, stellten uns an die Kante und mein Vater begann zu reden: „Also…“ als er mit diesem Wort fertig war bemerkte er, dass das Eis schmolz.

Ich stand munter an der Klippe und blickte Papa an „Was ist los fragte ich?“ Das Eis bekam einen Riss und noch einen und so weiter bis es brach!

Weg da Justus!“ sagte Papa. Aber es war zu spät, ich stürzte ab! Papa sprang hinterher, nahm ich ins Maul und schleuderte mich nach oben auf das Eis. Ich wollte nachspringen aber Mama hielt mich fest und sprang nach. Aber die Eisscholle war zu klein für beide. Sie versuchten ans Ufer zu schwimmen. Aber wie man weiß, können Eisbären nicht weit schwimmen und das Ufer war zu weit entfernt. Ihr Fell saugte sich mit Wasser voll. Und das war viel zu schwer und dann gingen sie unter. Ich habe schrecklich geweint.

Jetzt wohne ich bei Oma und Opa. Oma hat mir erzählt, wieso ich von der Klippe mit der Eisscholle fast ins Wasser gestürzt bin:

Sie sagte „Auf der ganzen Welt gibt es Autos, weißt du was das ist?“ Ich nickte. „Ach und was hat das mit dem Tod meiner Eltern zu tun?“ fragte ich. Hör zu, „Hinten am Auto ist ein Rohr, da kommt Rauch raus. Diesen Rauch nennt man auch Abgase. Die sogenannten Abgase sind schädlich für die Umwelt. Und die Abgase sind auch für den Klimawandel verantwortlich. Das heißt wenn ein Auto fährt, bläst es Abgase in die Luft, diese werden vom Wind zu uns und an ganz viele andere Orte auf der Welt getragen. Und in letzter Zeit hast Du sicherlich gemerkt, dass ist wärmer geworden ist, oder?“ „Ja, sagte ich „voll heiß hier! Obwohl es eigentlich kühler sein sollte!“

Genau!“ sagte Oma „Und wegen der Abgase sind auch deine Eltern gestorben! So kann man das sehen. Einigermaßen verstanden Justus?“

Ja sogar sehr gut, wenn weiter so viele Autos fahren, und immer mehr Abgase in die Luft kommen, erwärmt sich die Erde und unser Eis schmilzt. Heißt, wir haben irgendwann keinen Lebensraum mehr und wenn dieser Fall eintreten sollte, gibt es auch keine Eisbären mehr!“ sagte ich verzweifelt.

Genau“ sagte Oma, „aber ich glaube dieser Fall wird nie eintreten!“

Der Wecker klingelte! Ding dong ding dong .

Oh, ich muss zur Schule! Bis nachher!“

Und so endete die Geschichte vom kleinen Eisbären. Heute ist er längst erwachsen und hat seine eigenen Kinder.

Ein Gedanke zu „Der kleine Eisbär

  1. Das ist wirklich eine sehr schöne phantasieumschriebene Geschichte mit ernsthaften Hintergrund. So etwas lesen Kinder gern und lernen gleichzeitig die Tatsachen unserer heutigen Realität kennen und verstehen. Das hast Du wirklich gut geschrieben Piya. Vielleicht gibt es noch weitere so schöne Ideen von Dir. Ich würde mich sehr darüber freuen.

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