Ernährung

Nachhaltig essen

Lesezeit etwa: 3 Minuten

Essen soll im Idealfall Freude und Genuss bereiten sowie aus guten, gesunden Zutaten bestehen. Gut bedeutet dabei auch, dass sie unter Beachtung ökologischer Gesichtspunkte produziert wurden. Ein industriell bewirtschafteter Acker hat nicht mehr viel mit Natur zu tun und befeuert durch die engerieintensive Herstellung der benötigten Düngemittel und Pestizide die Klimakrise. Auch für die Artenvielfalt ist er eine ökologische Katastrophe.

Insbesondere beim Konsum von tierischen Produkten aus Massentierhaltung, Fleisch- und Milchprodukte, nehmen wir massive Klima- und Umweltschäden in Kauf: die anfallenden Güllemengen verseuchen das Grundwasser, Antibiotika-Resistenzen entstehen, Soja wird als Tierfutter importiert- wofür leider großflächig Regenwald gerodet wird. Der ethische Aspekt des immensen Tierleids wird leider auch von vielen Menschen verdrängt oder nicht wahrgenommen.

Mindestens ein Viertel der weltweit ausgestoßenen Treibhausgasemissionen werden durch die Nahrungsmittelproduktion verursacht- ein Großteil davon durch Nutztierhaltung. Auch die UNO meint, dass der erhöhte Konsum tierischer Lebensmittel in den westlichen Industrienationen die globale Erwärmung antreibt. Manche Studien kommen sogar zu dem Schluss, dass gut 50% der ausgestoßenen Treibhausgase von der Nutztierhaltung verursacht werden.

Forum-Energiewende-Vorpommern erläutert die Rechnung zum Fußabdruck von tierischen Lebensmitteln

Folglich ist die Reduzierung von Fleisch und Milchprodukten eine der effektivsten Möglichkeiten, um den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Wir haben (im Gegensatz zu Menschen in anderen Regionen der Erde) Zugang zu einer breiten Palette an pflanzlichen Nahrungsmitteln, die den Speiseplan bereichern können.

Weitere wichtige Faktoren sind:

  • regional und saisonal essen
  • biologisch produzierte Produkte essen

Wo kaufe ich ein? Was unterstütze ich mit meinem Geld?

Ein Lieferservice ist eine gute Möglichkeit, sich regionale Bio-Lebensmittel ins Haus liefern zu lassen. Derzeit sind viele Lieferanten allerdings so gut nachgefragt, dass sie keine Neukunden mehr aufnehmen oder nur alle zwei Wochen liefern. Beispiele sind:

Bei der Solidarischen Landwirtschaft tragen mehrere private Haushalte die Kosten eines landwirtschaftlichen Betriebs und zahlen monatlich einen festen Betrag. Im Gegenzug erhalten sie dessen Ernteertrag. 

Möchte man Fleisch beziehen, das nicht aus Massentierhaltung stammt, gibt es z.B. diese Möglichkeiten:

  • Fleisch von Freilandschweinen bekommt man hier: sauenhain.de
  • Ab Frühjahr 2021 kann man bei Gerd Jäger aus Petzow Bio-Büffelfleisch bekommen. Schon jetzt auch Wild.

Abwechslungsreich saisonal und regional essen -auch im Winter?

Das Fermentieren von Lebensmitteln ist eine traditionelle Form der Haltbarmachung.

Verknetet man Kohl mit Salz (ca. 10% des Gemüsegewichts) und lässt dann die Mikroorganismen die Arbeit erledigen, erhält man nach einigen Wochen ein Sauerkraut, dass viel größere gesundheitliche Vorzüge hat als das konservierte Sauerkraut im Supermarkt. Insbesondere harte Gemüsesorten können ebenfalls nach diesem Prinzip eingelegt und haltbar gemacht werden- was die Saison bin in den Winter hinein verlängert, wenn man im Sommer und Herbst das frische Gemüse einlegt . Alles was dazu gebraucht wird, findet sich in den meisten Haushalten. Man kann sich aber auch spezielle Starter-Sets kaufen. Ausführliche Infos dazu gibt es hier:

Sauerkraut herstellen

weitere Rezepte zum Fermentieren von Gemüse

Wildkräuter und deren Samen versorgen uns kostenlos mit wertvollen Nährstoffen. Sie können z.B. zu Pesto und Aufstrichen verarbeitet werden und Salate aller Art verfeinern.

In der Kräuterwerkstatt von Heidi Knappe in Ferch kann man Kurse zum Fermentieren besuchen und an Wildkräuterwanderungen teilnehmen.

Durch Sprossen und Keimen von verschiedensten Samen kann der Speiseplan mit frischem Grün bereichert werden, besonders wenn im Winter das Angebot an saisonalem Gemüse nicht so groß ist.

Das Trocknen von Lebensmitteln ist für Obst und Gemüse aller Art sowie Kräuter eine gute Möglichkeit, um z.B. für den Winter einen Vorrat an regionalen Lebensmitteln anzulegen. Aus Gemüseresten wird getrocknet und in einem Glas gesammelt eine Gemüsebrühe, die für Suppen genutzt werden kann. Getrocknete Apfelscheiben können, im Wasser gequollen, zu köstlichem Apfelmus püriert werden.

Für Menschen mit wenig Zeit kann das Vorkochen von Grundzutaten einen gute Möglichkeit sein, sich schnell ein gesundes Gericht zuzubereiten. Aus vorgekochten Linsen z.B. wird dann mit frischem Gemüse ein Salat oder eine Suppe.

Sich umweltfreundlich und nachhaltig zu ernähren kann genauso günstig sein wie „konventionell“ zu essen. Der höhere Preis für Bio-Lebensmittel kann ausgeglichen werden, wenn man Gerichte mit einfachen pflanzlichen Zutaten zubereitet, auf verarbeitete Lebensmittel soweit wie möglich verzichtet und seinen Einkauf so plant, dass keine Lebensmittel weggeschmissen werden.

Problematische Inhaltsstoffe

Palmöl ist heutzutage in vielen verarbeiteten Produkten-z.B. Keksen, Aufstrichen, Fertiggerichten- enthalten. Für den konventionellen Anbau von Palmöl wird Regenwald gerodet, was zahlreiche ökologische und soziale Probleme mit sich bringt.

Alnatura zum Palmoel pro und contra

Unsere Lieblingsrezepte haben wir hier zusammengestellt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.