Mobilität_

Stadtradeln Schwielowsee – Erwartungen weit übertroffen!

Lesezeit etwa: 5 Minuten

von Christian Wessel

Stadtradeln Schwielowsee – Erwartungen weit übertroffen!

326 aktive Schwielowseer Radler*innen in 38 Teams haben in 3 Wochen über 70.000 km erradelt. Das sind über 6,5 Kilometer pro Einwohner*in – Platz 1 im Land Brandenburg!

SUPER! KLASSE! SENSATIONELL!

Das ist mehr, als wir uns vorstellen konnten!

Und welches Team hat die meisten Kilometer geschafft? Die Grundschule Caputh, danach
das Team der Klima-Initiative Schwielowsee mit 29 aktiv Radelnden und über 9.300 Kilometern!

Hier schon einmal ein ganz großes Dankeschön an die fleißigen Radler*innen Kristin, Marko, Anne, Frank, Karl, Sophia+Partner, Nicole, Uwe, Simon, Gustaf, Jan, Dirk, Leni, Otto, Kasimir, Stella, Zoë, Winnie, Sabine, Mara, Heiko, Iris, Juana, Bernd, Volker, Anja und Friedrich! (Falls jemand noch Kilometer für den Zeitraum Montag 1. bis Montag 21.9. nachzutragen möchte – bitte schnell erledigen!)

Eine offizielle Siegerehrung durch die Gemeinde folgt sicherlich noch.

Platz 1 der Gemeinden in Brandenburg:

Abgesehen von der tollen Stimmung der Teilnehmenden, der Motivation, der positiven Rückmeldungen etc. hier erstmal ein paar beeindruckende Zahlen. Oder vielleicht einfach die aus meiner Sicht wichtigste Zahl:

Pro Einwohner*in sind wir über 6,5 Kilometer während des 3-Wochen-Zeitraums des Stadtradelns vom 1.-21. September 2020 geradelt.
Das ist der klare Platz 1 im Vergleich zu den 30 Brandenburger Gemeinden / Kreisen / Städten, die teilgenommen haben – vor Ketzin mit 5,3 und Falkensee mit 3,8 Kilometern pro Einwohner*in!

Im Vergleich zu den insgesamt etwa 1.500 teilnehmenden Gemeinden liegen wir bei den Kilometern pro Einwohner*in zwar nur auf Platz 121 – aber da sind viele Gemeinden dabei, die schon mehrere Jahre beim Stadtradeln mitmachen. Das könnte ein Ansporn sein, im nächsten Jahr noch einmal kräftig zuzulegen!

  • Nur 50 Gemeinden haben über 10 Kilometer pro Einwohner*in geschafft,
  • nur 8 über 20 Kilometer pro Einwohner*in
  • und Altshausen im Landkreis Ravensburg liegt ganz vorne, mit rund 4.100 Einwohnern, 719 Radelnden und über 225.000 km – das sind 55 Kilometer pro Einwohner*in! Auf der Stadtradeln-Seite von Altshausen kann man nachlesen, wie dort im Juli ein wahres „Radfieber“ ausgebrochen ist – da bekomme ich Gänsehaut!

Aber bevor ich mir ausmale, was wir im nächsten Jahr auf die Beine (Pedalen) stellen könnte….

hier meine persönliche Nachlese zum Stadtradeln 2020 der Gemeinde Schwielowsee

  • Es hat riesigen Spaß gemacht!
    Von Tag 1 an, als ich mit
    Annedore am Ortseingang von Caputh gen Potsdam Frühstücksäpfel und Flyer für das Stadtradeln verteilt habe und Frau Trumbull plötzlich vor uns stand, mit dem Rad auf dem Weg zur Arbeit!
  • 38 Teams, 326 Radelnde … and the winner is…
    Zwischen den 38 Teams ist im Verlauf des Stadtradelns ein schöner Wettbewerb um die Platzierungen ausgebrochen. Dass das Team der Klima-Initiative Schwielowsee mit den beiden Schulen um den 1. Platz „gestrampelt“ ist, freut uns natürlich sehr! Ob wir nach Ende des „Nachmeldezeitraums“ tatsächlich an erster Stelle stehen ist nicht entscheidend. Wichtiger ist, dass es ein toller Ansporn für viele war, sich zu beteiligen, auf’s Rad zu steigen, geradelte Kilometer zu melden … und jeden Morgen auf der Website nachzuschauen, wie sich das Ranking innerhalb des Teams und in der Gemeinde entwickelt hat.
  • Viel Entwicklungspotenzial und -notwendigkeit bei der nicht motorisierten Mobilität

Ich habe rund um das Stadtradeln viele interessante Gespräche geführt. Insgesamt wurde deutlich, dass rund um das Thema Mobilität in unserer Gemeinde ein großes Entwicklungspotenzial besteht. Weg vom Radfahren als „zwischen Autos und Fußgängern geduldetes Phänomen bei schönem Wetter“ hin zu einer „auf Augenhöhe mit dem motorisierten Individualverkehr ernstgenommenen Mobilitätsform!“ Dies bedeutet, wie ich in vergangenen Blog-Beiträgen unterstrichen habe, dass das Radfahren sicherer und attraktiver für Jung und Alt werden muss.

  • Nächster Meilenstein: Ein durchgängiges Radverkehrskonzept für Schwielowsee!
    Das erfolgreiche Stadtradeln zeigt, wie wichtig es ist, dass wir ein durchgängiges Radverkehrskonzept erhalten und die enthaltenen Maßnahmen zügig und konsequent umgesetzt werden. Ich setze daher viel Hoffnung in das Radverkehrskonzept,
    welches 2021 durch kompetente Radverkehrsplaner unter Mitwirkung von engagierten Schwielowseer*innen erstellt werden soll! Es braucht sichere und attraktive Verbindungen für Kita- und Schulkinder, für den Weg zur Arbeit, zu den Bahnhöfen, zum Arzt, zur Apotheke, zum Einkaufen, für Freizeitaktivitäten etc., innerhalb unserer Ortsteile und dazwischen und zu den umliegenden Orten und Städten.
  • Stadtradeln = Klimaschutz? Ja klar!

Ein Kritikpunkt, den ich öfter gehört habe, war: „Ich sehe nicht, dass mit jedem beim Stadtradeln gemachten Kilometer CO2 eingespart wird. Du fährst doch sowieso Rad. Und die Ausflugsfahrten dürfte man auch nicht mitzählen!“ Dazu meine ich: Das Stadtradeln mobilisiert die Interessierten, motiviert zum Ausprobieren und zeigt, was möglich ist! Auf die Berechnung der eingesparten Tonnen CO2 schaue ich dabei nicht primär, auch wenn der Beitrag relevant ist. Ich freue ich vielmehr über die Gespräche, die sich darum drehen, was alles mit dem Rad im Alltag möglich ist. Und da verteidige ich auch gerne diejenigen, die mit dem e-Bike kräftig Kilometer gesammelt haben. Ohne e-Unterstützung hätten viele die zurückgelegten Entfernungen nur mit dem Auto bewältigt. Das sind dann wirklich eingesparte Kilogramm CO2 – natürlich bei Nutzung von Lade-Strom aus erneuerbaren Energien.

  • Radfahrer*innen: Große Vielfalt an Typen und Bedarfen
    Es gibt nicht DEN oder DIE EINE/N RADFAHRER*IN. Es gibt vielmehr eine große Vielfalt an Menschen und Fahrrädern, die beim Stadtradeln unterwegs waren und einem im Alltag begegnen. Von dem routinierten, umsichtigen und vorrausschauenden Radler, der die Gefahrenstellen erkennt, sich nie in den „toten Winkel“ eines motorisierten Fahrzeugs begibt und dem Bus beim Ausscheren aus der Haltestelle den Vorrang lässt, über die sportlich ambitionierte Rennradfahrerin, den eher gemütlichen Genussradler, die Familien mit Lastenrad und Kleinkindern, die rüstige Seniorenradlerin – bis hin zu dem unerschrockenen, leichtsinnigen im Dunkeln ohne Licht radelnden Draufgänger, der sich und andere in Gefahr bringt.
    Deswegen aber zu sagen, dass „98% der getöteten Radfahrer selbst schuld sind“ (Original-Aussage eines zuschauenden Schwielowseers beim Fahrrad-Sonntag) ist völlig fehl am Platz! Mich hat diese Aussage sprachlos und traurig gemacht. Aber wie so oft – einige wenige schwarze Schafe bestätigen die vorgefasste Meinung. Die positiven Rückmeldungen überwiegen jedoch bei Weitem völlig!
  • Umso wichtiger ist es, dass das Radfahren als zentrales Element der zukunftsweisenden Mobilität anerkannt wird und dass sich dies im vielfältigen Handeln von Politik, Verwaltung und Gesellschaft niederschlägt!
    Die nicht-motorisierte Mobilität (Radfahren und zu Fuß gehen) ist auf jeden Fall ein wichtiges Puzzlestück bei der Frage, wie wir das Miteinander und das alltäglich erlebte Zusammenleben in unserer Gemeinde gestalten wollen.

Ich wünsche allen Stadtradler*innen ein gut gelauntes Weiterradeln!

Und ich bin gespannt, was aus den Ideen der letzten Wochen bezüglich Fahrrad(selbsthilfe)werkstatt, Leih-Lastenräder, Car-Sharing etc. wird.

Ich freue mich auf Eure Anregungen, Rückmeldungen, Unterstützung, …

Euer Christian

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